Greenpeace Schweiz veröffentlicht heute eine Analyse der Proteinverteilung bei Coop und Migros. 90 Prozent der Proteine stammen von Tieren, 10 Prozent von Pflanzen. Identische Ergebnisse zeigen sich bei den Sonderangeboten: 90 Prozent betreffen Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte. Greenpeace fordert vom Detailhandel, bis 2035 mindestens 60 Prozent pflanzliche Proteine zu verkaufen. Das reduziert die Klimagasemissionen, schützt die Gesundheit und erhöht den Selbstversorgungsgrad.
Die Ernährung verursacht ein Viertel des Klima-Fussabdrucks der Schweiz. Der Bund möchte diesen bis 2050 um 40 Prozent reduzieren. Um dies zu erreichen, ist die Verschiebung vom Konsum tierischer zu pflanzlichen Proteinen der wirksamste Hebel. Coop und Migros (mit ihrer Tochtergesellschaft Denner) kontrollieren 80 Prozent des Lebensmittelmarktes. Greenpeace Schweiz hat ihr Online-Angebot analysiert, um herauszufinden, wie gross der Anteil von Produkten mit tierischen und pflanzlichen Proteinen ist.
Stichtag war der 30. November 2025. An diesem Tag boten beide Supermärkte in den ausgewählten Kategorien rund 2500 Lebensmittel an. Bei Migros waren 91 Prozent tierischen Ursprungs, bei Coop 88 Prozent. Diese Zahlen stimmen in etwa mit der Proteinverteilung überein, die Migros online ausweist. Ähnlich sieht es bei den Rabatten aus: 91 Prozent der Sonderangebote bei Migros betrafen Lebensmittel tierischen Ursprungs, bei Coop waren es 89 Prozent.

«Das Klimaziel von Coop und Migros lautet: Netto-Null-Emissionen bis 2050. Um dies zu erreichen, müssten sie massiv weniger Tierprodukte verkaufen, dafür mehr pflanzliche Produkte; idealerweise im Verhältnis 40 zu 60 Prozent. Mit Tiefpreisen und Rabatten kurbeln die Detailhändler den Konsum von Fleisch, Fisch und Milchprodukten an. Darunter leiden das Klima, die Biodiversität und unsere Gesundheit», sagt Nico Frommherz, Konsumexperte bei Greenpeace Schweiz.
Einige europäische Länder haben in diesem Bereich bereits bedeutende Fortschritte erzielt. In den Niederlanden haben sich elf Detailhändler freiwillig das Ziel gesetzt, bis 2030 einen Anteil von 60 Prozent pflanzlicher Proteine zu erreichen. Die niederländische Regierung unterstützt diese Bemühungen.
«Die Schweiz hinkt aktuell hinterher. Im Rahmen der Agrarpolitik (AP30+) gibt es die Möglichkeit einer Zielvereinbarung zwischen dem Bund und dem Detailhandel. Dies wäre ein wichtiger Schritt zur Erreichung der Klima- und Umweltziele im Bereich der Ernährung», sagt Nico Frommherz.
Greenpeace fordert die Detailhändler auf, ihr Sortiment bis 2035 umzustellen. Mindestens 60 Prozent der Proteine müssen pflanzlichen Ursprungs sein. Zudem sollten die Detailhändler nur solche Lebensmittel bewerben und als Aktionen anbieten.
Greenpeace hat heute eine entsprechende Petition lanciert.
Mehr Informationen
- Analyse «9 zu 1: Tierproteine dominieren das Angebot der Supermärkte», Greenpeace Schweiz, Februar 2026
- Petition
- Grafiken und Bildmaterial
- Medienbriefing zur Zielvereinbarung zwischen Bund und Detailhandel
Kontakte
- Nico Frommherz, Konsumexperte bei Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 64, [email protected]
- Medienstelle Greenpeace Schweiz, + 41 44 447 41 11, [email protected]


