In der dicht besiedelten Schweiz hätte ein Reaktorunfall katastrophale Folgen. Gemeinsam mit vielen Helfer:innen haben Greenpeace-Aktivist:innen heute mit einem über 42 Kilometer langen roten Faden einen Kreis in einem Radius von 5 Kilometern um das Atomkraftwerk Gösgen gezogen. Sie veranschaulichen damit den einschneidenden Verlust von Lebens-, Wohn- und Arbeitsraum nach einem AKW-Unfall– wohlwissend, dass eine Reaktorkatastrophe viel weitreichendere Folgen hätte.Am Nachmittag findetin Olten eine Feier in Gedenken an einezukünftige Nuklearkatastrophe statt. Als Mahnmal wird ein roter Eisvogelenthüllt. Als Redner:innen treten Alt-SP-Nationalrat Rudolf Rechsteinerund Iris Menn, Geschäftsleiterin von Greenpeace Schweiz, auf.
Mit der Feier und dem Auslegen des roten Fadens gedenken die Greenpeace-Aktivist:innen eines fiktiven Atomunfalls, der sich am 7. März 2029 im Atomkraftwerk Gösgen ereignet – knapp 50 Jahre nach Inbetriebnahme des Reaktors. Die Aktion steht unter dem Titel «REMEMBER GÖSGEN 7.3.2029». Für die Aktivist:innen ist diese Fiktion Ausgangspunkt für ihre heutige künstlerische Auseinandersetzung mit den tiefgreifenden menschlichen und gesellschaftlichen Folgen einer nuklearen Katastrophe
Die Aktion findet wenige Tage vor dem 15. Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima vom 11. März statt. Just am gleichen Tag wird der Ständerat über den Pläne des Bundesrats diskutieren, den Bau von neuen Atomkraftwerken wieder zuzulassen.
«Ein nächster, schwerer AKW-Unfall ist jederzeit möglich», sagt Lukas Bühler, Energieexperte bei Greenpeace Schweiz. «Die Frage ist nur wann und wo. Die Schweiz ist vor einem nuklearen Unfall nicht gefeit. Aufgrund der dichten Besiedlung des Schweizer Mittellandes und der grenznahen Regionen in Deutschland und Frankreich wären Millionen Menschen von einem Schweizer Super-GAU betroffen.»
Eisvogel als Symbol für den Lebensraum im Mittelland
- Von 9:00 bis 12:30 Uhr: Sinnbildlich dafür haben rund 50 Greenpeace-Aktivist:innen und Freiwillige heute Morgen bis zum Mittag einen Kreis mit einem Radius von 5 Kilometern um das Atomkraftwerk Gösgen ausgelegt. Dafür nutzten sie einen roten Faden, der sich am Ende 42,8 Kilometer durch die Landschaft zieht – durch zehn Gemeinden in den Kantonen Solothurn, Aargau und Basel-Landschaft. Es ist ein stilles, aber unübersehbares Zeichen dafür, wie einschneidend der Verlust von Land, Heimat und damit von Lebensgrundlage ist: Innerhalb des Kreises befinden sich unter anderem das Kantonsspital Olten, der Bahnhof Olten, einer der wichtigsten Knotenbahnhöfe der Schweiz, Teile der Autobahn A1 usw.
- Von 13:00 bis 14:00 Uhr: Heute Nachmittag findet ab 13:00 Uhr auf dem Munzingerplatz im Zentrum von Olten eine Feier in Gedenken an eine mögliche Nuklearkatastrophe statt. Als Mahnmal wird ein roter Eisvogel enthüllt. Der farbenprächtige, im Schweizer Mittelland beheimatete Vogel steht symbolisch für den Lebensraum, den wir im Fall eines AKW-Unfalls verlieren würden. Als Redner:innen treten Alt-SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner und Iris Menn, Geschäftsleiterin von Greenpeace Schweiz, auf. Der Anlass ist bewilligt.
«Die Katastrophe von Gösgen und die Folgen davon mögen fiktiv sein», sagt Lukas Bühler. «Doch ein technisches oder menschliches Versagen können – genauso wie Naturkatastrophen und kriegerische Ereignisse – jederzeit zu folgenschweren Unfällen führen.»
«Trotzdem wird derzeit auf Bundesebene über eine mögliche Rückkehr der Atomenergie diskutiert. Das ist fatal. Neue AKW erhöhen das Risiko für nukleare Katastrophen. Zudem hat sich die Bevölkerung klar für einen Ausstieg aus der Atomenergie und eine Energiewende mit erneuerbaren Energien ausgesprochen», schliesst Lukas Bühler.
Weitere Informationen
- Fotos und Videos der Aktion sowie der Feier (die Galerie wird im Laufe des Tages ergänzt)
- Die mit dem roten Faden markierte Strecke rund um das Atomkraftwerk Gösgen:
Kontakt
- Lukas Bühler, Energieexperte, Greenpeace Schweiz, +41 76 406 70 23, [email protected]
- Yvonne Anliker, Mediensprecherin, Greenpeace Schweiz, +41 79 306 53 42, [email protected]
- Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, [email protected]


