Der Bundesrat hat heute die Vernehmlassung zur Ratifikation und Umsetzung des UNO-Hochseeschutzabkommen eröffnet. Sie dauert bis zum 5. Oktober. Damit es mit dem Hochseeschutz vorwärts geht, muss der Bundesrat danach dem Parlament möglichst rasch die Botschaft zur Genehmigung des Abkommens vorlegen.   

Greenpeace begrüsst den Start der Vernehmlassung zum UNO-Hochseeschutzabkommen. Gut ein Jahr nachdem der Bundesrat das Abkommen unterzeichnet hat, startet nun die Phase der Ratifizierung. Am Schluss wird das Parlament entscheiden.

Viele Länder sind weiter als die Schweiz. Bisher haben 90 Staaten das UNO-Hochseeschutzabkommen ratifiziert. Es trat am 17. Januar 2026 in Kraft und regelt Schutz und Nutzung der Hochsee.

Niemand hat sich bisher in der Schweiz als Gegner des Abkommens positioniert. 

Multilateralismus und Demokratie stärken

«Ohne Ratifikation gibt es für die Schweiz keinen Platz am Verhandlungstisch, wenn es um die konkrete Umsetzung des Abkommens geht. Deshalb muss der Bundesrat nach der Vernehmlassung dem Parlament rasch die Botschaft zur Genehmigung des Abkommens vorlegen», sagt Iris Menn, Meeresbiologin und Geschäftsleiterin von Greenpeace Schweiz. 

Und weiter: «Staatschefs wie Donald Trump und Wladimir Putin verhöhnen das Völkerrecht. Die USA haben den Rückzug aus 66 internationalen Organisationen beschlossen, viele davon aus dem Umwelt- und Klimabereich. Das ist ein Grund mehr, weshalb die Schweiz das UNO-Hochseeschutzabkommen rasch ratifizieren muss und damit Multilateralismus und Demokratie stärkt.»

Deshalb ist das UNO-Hochseeschutzabkommen wichtig
Die Hochsee ist Lebensraum für unzählige Arten, von denen wir viele noch nicht einmal kennen. Sie spielt eine zentrale Rolle im Klimasystem: In den vergangenen zehn Jahren haben die Meere rund 30 Prozent der menschengemachten CO2-Emissionen aufgenommen.

Die Meeresökosysteme brauchen wirksamen Schutz vor Zerstörungen wie Überfischung und Verschmutzungen. Diese setzen den Ozeanen bereits enorm zu.

Staaten werden Aktivitäten mit potenziell schädlichen Folgen auf ihre Umweltverträglichkeit prüfen müssen.

Das Abkommen macht grossflächige Schutzgebiete möglich. Diese Gebiete bewahren die biologische Vielfalt und machen die Meere widerstandsfähiger gegen die Folgen der Klimaveränderungen.

Die 1. Oceans COP (Conference of Parties) findet im Januar 2027 statt. Dort werden die Vertragsstaaten unter anderem konkrete Vorschläge für Schutzgebiete diskutieren. Staaten, die das Abkommen nicht ratifiziert haben, können am Verhandlungstisch nicht mitentscheiden.

Kontakt

Iris Menn, Geschäftsleiterin Greenpeace Schweiz, Meeresbiologin, 079 886 75 92, [email protected]

Roland Gysin, Medienstelle Greenpeace Schweiz, 044 447 41 17, [email protected]