Das weltweite Datacenter-Wettrüsten hat die Schweiz erreicht. Für diese Entwicklung steht symbolisch der Ort Beringen (SH) mit zwei Mega-Datacenter, eines im Bau und eines in Planung. Ein knappes Dutzend Greenpeace-Aktivist:innen haben heute mit einem 26×26 Meter grossen Banner gegen das unregulierte Wachstum solcher Anlagen protestiert. Greenpeace fordert eine gesamtschweizerische Planung und Regeln, so dass Datacenter dem Gemeinwohl dienen. Solange das nicht der Fall ist, braucht es ein Moratorium.
Ein knappes Dutzend Greenpeace-Aktivist:innen protestierten in Beringen (SH) vor dem Rohbau der US-amerikanischen Firma Stack Infrastructure mit einem 26×26 Meter grossen Banner gegen das unregulierte Wachstum von Mega-Datacenter mit Tausenden von Servern.
Das Greenpeace-Banner zeigt, wie die Big Tech-Bosse Elon Musk und Jeff Bezos unsere Daten, unseren Strom und unser Wasser verschlingen: «Big Tech Bros suck: Our water, electricity, data».
Ähnliche Aktionen finden unter anderem in Deutschland und Frankreich statt. Die internationale Greenpeace-Kampagne fordert eine Regulierung von Big-Tech und als ersten Schritt ein Moratorium für Mega-Datacenter.
In der Schweiz steht Beringen symbolisch für das unregulierte Wachstum und die krassen Dimensionen solcher Anlagen: Der Rohbau von Stack Infrastructure bedeckt eine Fläche so gross wie ein Fussballfeld und ist so hoch wie ein achtstöckiges Hochhaus.
Das zweite in Beringen geplante Datencenter ist ähnlich gross. Im Baugesuch ist von einer Investition von 250 Millionen Franken die Rede. Das Fachmagazin «Netzwoche» schätzt die Zahl der kommerziellen Datacenter in der Schweiz auf gut 120.
Einmal in Betrieb verbrauchen die beiden Datacenter in Beringen pro Jahr rund 1,5- mal so viel Strom wie der gesamte Kanton Schaffhausen. Dazu kommen grosse Mengen Wasser für die Kühlung. Die Nutzung der Abwärme der Abertausenden von Servern ist ungelöst. Wer sich einmietet und welche Daten dort durchlaufen, ist unbekannt.
Klar ist: Die Folgen trägt die lokale Bevölkerung – in Beringen und überall sonst auf der Welt, wo sich Tech-Giganten ein Wettrüsten um Datacenter liefern. Doch der Widerstand wächst. In Beringen fordern 1800 Menschen mit einer Petition verbindliche Vorgaben für das Mega-Datacenter. Und die Grünen Schaffhausen erwägen eine Volksinitiative. Der neugegründete Verein «Datenzentren Nein Danke» spricht sich für einen sofortigen Planungs- und Baustopp aus.
Greenpeace fordert für Mega-Datacenter eine gesamtschweizerische Planung und Regeln für Klimaziele, Wasserverbrauch und zum Schutz des Gemeinwohls: Service Public statt Profitmaximierung für wenige und ungebremster Ressourcenverschleiss. Bis dahin gilt: Es braucht ein Moratorium.
Weitere Informationen
Internationale Greenpeace-Petition für ein Moratorium für Mega-Datacenter
Kontakt
Roland Gysin, Medienstelle Greenpeace Schweiz, [email protected], 044 447 41 17
Alex Hauri, Greenpeace Big Tech-Kampagne, [email protected],
076 399 60 61


