Die Coca-Cola Company, PepsiCo und Nestlé sind fünf Jahre in Folge die grössten Plastikverschmutzer der Welt. Das zeigt der neueste globale «Branded»-Bericht der Bewegung Break Free From Plastic, zu der auch Greenpeace gehört. Die Ergebnisse zeigen, dass die freiwilligen Verpflichtungen der Privatwirtschaft nicht genügen, um die Plastikkrise zu bewältigen. Die Bewegung fordert darum ein ehrgeiziges globales Plastik-Abkommen. 

Seit 2018 haben mehr als 200’000 Freiwillige in 87 Ländern und Gebieten Clean-ups und Brand Audits durchgeführt, um herauszufinden, welche Unternehmen am meisten zur Plastikkrise beitragen. Einsame Spitzenreiterin ist die Coca-Cola Company. In allen fünf Jahren haben die Freiwilligen mehr Abfallstücke von ihr gesammelt als von den beiden nächstgrössten Verschmutzern zusammen. Bei den diesjährigen Brand Audits wurden mehr als 31’000 Coca-Cola-Markenprodukte gefunden, doppelt so viele wie im Jahr 2018. 

Diese Spitzenreiterin ist aktuell Sponsorin der UN-Klimakonferenz COP27 in Ägypten. In Anbetracht der Tatsache, dass 99 % des Plastiks aus fossilen Brennstoffen hergestellt wird, empört die Rolle von Coca-Cola bei der COP27 Umweltaktivist:innen weltweit.

Als Reaktion auf die Untätigkeit der Unternehmen begehen Aktivist:innen weltweit heute ein fünfjähriges «Trashiversary» für diese Unternehmen. Sie schicken oder übergeben ihnen ihren eigenen Abfall und fordern damit dringende Massnahmen. 

Freiwillige Verpflichtungen zeigen keine Wirkung

Im Jahr 2018 riefen die Ellen MacArthur Foundation und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen gemeinsam das New Plastics Economy Global Commitment ins Leben. Als Kern dieses Programms haben grosse Konsumgüterkonzerne freiwillige Massnahmen angekündigt, um die Plastikkrise zu bekämpfen. Der «Global Commitment 2022 Progress Report» zeigte jedoch, dass die Ziele für 2025 «mit ziemlicher Sicherheit» nicht erreicht werden. Bei vielen dieser Konzerne hat die Menge an Plastikverpackungen seit dem Beitritt zur New Plastics Economy Global Commitment sogar zugenommen. 

Auch der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé gehört zu den grössten Plastikverschmutzern weltweit. Wie bereits in vergangenen Jahren besetzt Nestlé im diesjährigen «Branded»-Bericht den unrühmlichen dritten Platz.

Joëlle Hérin, Expertin für Konsum und Kreislaufwirtschaft bei Greenpeace Schweiz sagt: «Die Ergebnisse der «Branded»-Berichte und die des New Plastics Economy Global Commitment zeigen, dass die freiwilligen Verpflichtungen Nestlés nur leere Versprechen sind.» 

Obwohl Nestlé das Gesamtgewicht an Plastikverpackungen seit 2018 reduziert hat, macht das Unternehmen bei mehreren seiner Ziele keine Fortschritte. Nestlé verspricht zum Beispiel, dass bis 2025 alle Verpackungen weltweit rezyklierbar oder wiederverwendbar sind. Die Zahlen der Ellen MacArthur Foundation zeigen aber: von 2018 bis 2021 ist die Zahl der rezyklierbaren, wiederverwendbaren oder kompostierbaren Plastikverpackungen um 4 % gesunken. «Wir bedauern besonders, dass der Anteil der wiederverwendbaren Verpackungen bei tiefen 1 % geblieben ist. Ohne systemische Mehrweg-Lösungen können wir das Plastikproblem nicht lösen», so Hérin. 

Globales Plastik-Abkommen ist dringend nötig

In Anbetracht des Scheiterns der freiwilligen Selbstverpflichtungen der Konsumgüterkonzerne fordert die Bewegung Break Free From Plastic ein ehrgeiziges, rechtlich bindendes globales Plastik-Abkommen. Joëlle Hérin sagt: «Grosse Marken wie Nestlé, Coca-Cola, PepsiCo und Unilever haben diese Krise mitverursacht: Sie müssen aus dem Wegwerfplastik aussteigen und sich für ein ehrgeiziges globales Plastik-Abkommen einsetzen. Ein Abkommen, das die Produktion und Verwendung von Plastik einschränkt ist unabdingbar, um die Plastikkrise global zu bewältigen.» Das erste Verhandlungstreffen zum globalen Plastik-Abkommen wird Ende des Monats in Punta Del Este, Uruguay, stattfinden. 

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Kontakte

  • Joëlle Hérin, Expertin für Konsum und Kreislaufwirtschaft bei Greenpeace Schweiz, +41 79 256 32 65, [email protected]
  • Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, [email protected]