Die Hitzewelle dominiert die Schlagzeilen. Wir baden im eigenen Schweiss, die Fische verenden in den Bächen und die Landwirt:innen beklagen Ernteeinbussen. Und langsam dürfte auch den letzten Klimalügnern dämmern, dass die menschgemachte Klimaerhitzung real ist und uns alle betrifft. Was heute noch als extrem gilt, dürfte in ein bis zwei Jahrzehnten ein normaler Sommer sein. Oder wie Homer Simpson einmal sagte: «Das ist der kälteste Sommer für den Rest deines Lebens».
Der Bundesrat pennt
Noch in diesem Jahr wird das UVEK seine Vorschläge fürs Schweizer Klimagesetz 2031-2040 präsentieren. Auf höhere oder neue Abgaben soll das Gesetz verzichten. Stattdessen setzt der Bundesrat auf Freiwilligkeit, Kompensationen im Ausland und risikobehaftete CO2-Entnahme und -Speicherung. Dass die Schweiz ihre (ohnehin bescheidenen) Klimaziele meilenweit verfehlen wird, gibt sogar Rösti selber zu.
Niemand käme auf die Idee, einen Taschendieb zu bitten, freiwillig aufs Stehlen zu verzichten und dieses, falls es doch geschieht, mit der Finanzierung einer Portemonnaie-Fabrik zu «kompensieren». Doch genau mit dieser Einstellung will der Bundesrat der Klimakatastrophe begegnen.
Anpassung vs. echte Massnahmen
Lautstark werden Massnahmen gefordert: Klimaanlagen, mehr Stadtgrün, gratis Kinoeintritte für Rentner:innen, hitzeresistente Wälder, Wasserspeicher für die Alpwirtschaft und einige mehr. Klingt gut. Doch all diesen Vorschlägen ist gemein, dass es sich nur um Anpassungen resp. um Symptombekämpfung handelt. Steigen die Temperaturen weiter, helfen auch diese bald nicht mehr. Es gibt darum nur eine Lösung: Die Klimaemissionen müssen runter auf Null – und zwar überall, konsequent und zwar jetzt!
Um die Schweiz konsequent auf Klimaneutralität auszurichten, braucht es eine Kombination aus finanziellen Anreizen, strengeren Regeln und tiefgreifenden strukturellen Reformen.
Was zu tun ist
Stetig steigende Abgaben auf fossile Treib- und Brennstoffe können den sozialen Ausgleich finanzieren sowie den öffentlichen Verkehr und den Ausbau von Elektromobilität fördern. Im Gebäudesektor greift ein sofortiges Verbot neuer Öl- und Gasheizungen. Bewilligungen für Neu- und Umbauten werden an klimaneutrale Energiesysteme, Solardächer, Energiespeicher und eine sonnengeschützte Fassadenplanung gekoppelt. Parallel dazu soll der Agrarsektor grundlegend umgestaltet werden, indem der Grossteil der Subventionen von der Tierhaltung auf die Produktion pflanzlicher Lebensmittel umgelenkt wird, was Ressourcen schont und die Landwirtschaft widerstandsfähiger gegen Hitzesommer macht. Eine strikte Regulierung des Schweizer Finanzplatzes sorgt dafür, dass das Verwaltungsvermögen von Banken und Pensionskassen aus klimaschädlichen Industrien abgezogen wird. Schliesslich braucht es eine Transformation der Wirtschaft und eine Reduktion des Gesamtkonsums anstelle von nachgelagerter CO2-Abscheidung bei Kehrichtverbrennungsanlagen. Das Ziel der Klimaneutralität soll dabei vollständig im Inland erreicht werden, ohne eigene Emissionen durch Projekte im Ausland zu «kompensieren», die nachweislich ihren Zweck nicht erfüllen.
Fazit
Die Hitze ist kein Zufall, sie ist die Rechnung für Jahrzehnte Stillstand. Wir fordern keine neue Studie und keine weitere Runde Absichtserklärungen – wir fordern, dass die Schweiz jetzt handelt: Fossile weg, ökologisches Bauen, Kreislaufwirtschaft, ein sauberer Finanzplatz und keine Tricksereien wie Kompensationen im Ausland und riskante CO2-Abscheidung. Sofort!


