Axpo ist das grösste Stromunternehmen der Schweiz. Es produziert Strom aus erneuerbaren Energien, setzt aber auch auf Atomenergie. Axpo betreibt das AKW Beznau mit zwei über 50 Jahre alten Reaktoren und hält bedeutende Beteiligungen an den Anlagen in Gösgen und Leibstadt.
Am 24. März präsentierte das Unternehmen zwei Szenarien zur zukünftigen Stromversorgung der Schweiz – eines mit und eines ohne Atomenergie. Sie enthalten zwar interessante Ansätze, sind jedoch stark von den Interessen des Unternehmens geprägt, wie CEO Christoph Brand selbst einräumte.
Hier sind die vier wichtigsten Schlussfolgerungen:
1. Axpo unterschätzt das Potenzial der Erneuerbaren
Zwar erkennt Axpo an, dass erneuerbare Energien künftig zentral sein werden. Ihr tatsächliches Potenzial wird jedoch unterschätzt. Sinkende Kosten bei Produktion und Speicherung sowie Effizienzgewinne werden unzureichend berücksichtigt.
Besonders beim Solarstrom fällt das auf: Axpo rechnet bis 2050 lediglich mit einer Verdreifachung der Leistung, während andere Szenarien von einer Verfünffachung ausgehen. Die Axpo-Einschätzung widerspricht aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Schweiz.
2. Axpo unterschätzt die Kosten der Atomenergie
Noch vor Kurzem wollte Axpo nicht in neue AKW investieren. Nun signalisiert das Unternehmen Bereitschaft – sofern die öffentliche Hand zahlt.
Die angenommenen Kosten für neue EPR-Reaktoren liegen deutlich unter den Erfahrungen aus Frankreich und Grossbritannien, wo solche Projekte massiv teurer und langsamer sind als geplant. In der Schweiz dürften sie wegen höherer Kosten sogar noch teurer ausfallen.
Gleichzeitig rechnen andere Marktakteure wie die Hauptkonkurrentin Alpiq bis 2050 zeitweise mit Strompreisen nahe null. Unter solchen Bedingungen sind AKW mit ihren hohen Fixkosten kaum konkurrenzfähig – die Verluste würden letztlich von der öffentlichen Hand und den Kundinnen und Kunden getragen.
3. Axpo überschätzt die zukünftige Stromnachfrage
Die Prognosen zur Stromnachfrage sind wenig transparent und scheinen vor allem den Interessen von Axpo zu dienen. Der Eindruck entsteht, dass die Nachfrage bewusst hochgerechnet wird, um grosse, zentrale Kraftwerke wie Atomkraftwerke oder Gaskraftwerke zu rechtfertigen.
Effizienzgewinne, saisonale Verschiebungen durch den Klimawandel und erneuerbare Lösungen für den Winter werden dabei unzureichend berücksichtigt.
4. Axpo überschätzt die Rolle von Gaskraftwerken
Weil Axpo die Erneuerbaren unterschätzt und die Nachfrage überschätzt, prognostizieren die Szenarien eine Stromlücke – und leiten daraus die Notwendigkeit von Gaskraftwerken ab.
Dabei wäre diese klimaschädliche und importabhängige Energieform weitgehend vermeidbar: durch einen konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien, insbesondere Solar, durch mehr Effizienz und durch eine bessere Integration in den europäischen Strommarkt.
Die Schweiz auf Kurs halten
Mit dem Stromgesetz und dem Beschleunigungserlass ist die Schweiz auf gutem Weg, den Ausbau der erneuerbaren Energien deutlich voranzubringen. Damit können wir unseren Energiebedarf langfristig decken – ohne neue AKW und ohne Gaskraftwerke.
Doch der Bundesrat will die Tür für die Rückkehr der Atomenergie wieder öffnen. Der Ständerat hat diesem Vorhaben bereits zugestimmt. Wird der Nationalrat nachziehen?
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