Eine sehr kleine Gruppe Superreicher verursacht durch ihre Investitionen extrem hohe Klimaschäden. Diese sind mehr als doppelt so gross wie die Schäden durch ihren Luxuskonsum. Das zeigt die neue Studie «Understanding the Climate Debt of Extreme Wealth» von Greenpeace Africa.
Der neue Greenpeace-Studie «Understanding the Climate Debt of Extreme Wealth» berechnet die Kosten der Klimaschäden, die entstehen, wenn die Reichsten der Reichen Emissionen verursachen, die über ihren Anteil am verbleibenden CO2-Budget für das 1,5-Grad-Ziel hinausgehen.
Die Studie zeigt, dass ihre Klimaverantwortung sich nicht allein am Konsum – etwa an Privatjets oder Luxusyachten – festmachen lässt. Bei Hochvermögenden fällt besonders die Klimawirkung ihrer Investitionen und Beteiligungen an Unternehmen ins Gewicht. Diese bleiben in der weltweiten und nationalen Klimapolitik bislang jedoch weitgehend ausgeblendet.
Verursacherprinzip greift bei
Superreichen nicht
Die aktuellsten Zahlen von 2022 zeigen, dass die Unternehmensbeteiligungen der reichsten 0,01 Prozent der Welt jährlich geschätzte 992 Milliarden Dollar Klimaschulden verursachen. Das entspricht umgerechnet etwa zehnmal den Steuereinnahmen des Bundes vom vergangenen Jahr.
Das bekannte Prinzip der Klimaschulden basiert auf der einfachen Idee: Wer durch Treibhausgasemissionen zur Klimakrise beiträgt, trägt die Verantwortung für daraus resultierende Umweltauswirkungen.
Zu den reichsten 0,01 Prozent zählen laut Studie weltweit rund 800’000 Personen. Mehrere Tausend davon leben in der Schweiz.
«Die Klimaauswirkungen extremer Vermögenskonzentration sind grösser als bisher angenommen. Wer durch hohe Vermögen und der damit verbundenen Eigentümerverantwortung besonders stark zur Klimakrise beiträgt, muss nach dem Verursacherprinzip auch stärker an den Kosten beteiligt werden», fordert Joëlle Hérin, Greenpeace-Expertin für sozialen Wandel.
Für ein durchschnittliches Mitglied aus der Gruppe der Superreichen beträgt die geschätzte Klimaschuld aus Kapitalbesitz und Investitionen 2022 rund 1,24 Millionen Dollar. Das ist mehr als doppelt so hoch wie die konsumbezogenen Klimaschulden von rund 507’000 US-Dollar. Zugleich war die Schuld über 130-mal so hoch wie bei einem durchschnittlichen Mitglied der reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung.
Superreiche weltweit angemessen besteuern
Eine Besteuerung der Klimaschäden aus den vermögensbezogenen Emissionen der reichsten 0,01 Prozent zur Begleichung ihrer Klimaschulden könnte laut Studie erheblich zur Klimafinanzierung in Ländern des globalen Südens beitragen. Denn dort fallen die grössten Kosten der Klimakrise an. Den Bedarf hierfür schätzt das Climate Action Network auf jährlich mindestens 1000 Milliarden Dollar.
Greenpeace fordert Regierungen auf, das Verursacherprinzip in klima- und fiskalpolitische Rahmenwerke zu integrieren und sich bei den Verhandlungen zur UNO-Steuerkonvention (UNFCITC) für eine wirksame Vermögensbesteuerung Superreicher einzusetzen.
Auch in der Schweiz ist es an der Zeit, das Verursacherprinzip anzuwenden und auf mehr Steuergerechtigkeit hinzuarbeiten. Konkret: Wir sollten auf Bundesebene über die Abschaffung der Pauschalbesteuerung und eine harmonisierte Vermögensbesteuerung sprechen.
Weitere Informationen
Greenpeace-Studie «Understanding the Climate Debt of Extreme Wealth» (Englisch)
Zusammenfassung und wichtigste Erkenntnisse (Englisch)
Kontakt
Joëlle Hérin, Campaignerin für sozialen Wandel, Greenpeace Schwei,
079 256 32 65, [email protected]
Clara Thompson, Expertin für Klima- und Steuergerechtigkeit, Greenpeace Fair Share, 0049 175 85 30 226, [email protected]
Roland Gysin, Medienstelle Greenpeace Schweiz, 044 447 41 17, [email protected]


