Die von Eco-Transition La Broye lancierte Petition wurde heute um 15 Uhr bei der Kanzlei des Kantons Freiburg eingereicht. Greenpeace Schweiz unterstützt die Petition. 3’607 Bürger:innen fordern die Freiburger Regierung auf, den Bau des Micarna-Schlachthofs in Saint-Aubin nicht zu genehmigen. Das Gelände von AgriCo soll stattdessen – wie ursprünglich geplant – nachhaltigen Innovationen im Agrar- und Lebensmittelsektor gewidmet werden. 

In St-Aubin (FR), auf dem Gelände von Agrico, im «Swiss Campus for Agri and Food Innovation», will die Migros-Tochter Micarna einen Mega-Geflügelschlachthof bauen. Mindestens 40 Millionen Hühner sollen dort jährlich geschlachtet werden. Wissenschaftler:innen weisen seit Jahren darauf hin, dass der Konsum von Tierprodukten zur globalen Erhitzung, Entwaldung, Wasser- und Luftverschmutzung beiträgt. Dennoch akzeptiert die Freiburger Regierung auf ihrem Gebiet ein Projekt, das die Hühnerproduktion steigern soll – auf Kosten der Umwelt. 

Die Bürger:innen-Initiative Eco-Transition La Broye hat daher heute um 15 Uhr die von Greenpeace Schweiz unterstützte Petition «AgriCo JA – Schlachthof NEIN!» an Staatsrat Olivier Curty eingereicht. Die 3’607 Unterzeichner:innen wehren sich gegen den Bau eines der grössten Schlachthöfe der Schweiz. Dieser ist alles andere als eine nachhaltige Innovation. Das für die Schweizer Hühner benötigte Futter wird grösstenteils aus dem Ausland importiert. Diese Importe tragen dazu bei, dass einzigartige Ökosysteme zerstört werden, um dort Soja anzubauen. Ausserdem steht der Bau eines Mega-Schlachthofs im Widerspruch zu den Zielen, den Pro-Kopf-Fleischkonsum zu senken und Fleisch standortangepasst zu produzieren. Darüber hinaus würde der Schlachthof auf der einzigen landwirtschaftlichen Fläche des Agrico-Baugeländes gebaut werden. Diese sollte stattdessen für wirklich innovative Projekte – wie Permakultur und Agroforstwirtschaft – genutzt werden.  

Der Bau des Schlachthofs macht die Region, in Bezug auf die Wasserversorgung, von Micarna abhängig. Die Region leidet bereits unter Wasserknappheit. Der immense Wasserverbrauch des Schlachthofes wird sie noch stärker belasten. Weitere Risiken des Projekts sind Störungen des Strassenverkehrs, ein massiver Anstieg des Wasserverbrauchs (geplante Wasserentnahme aus anderen Regionen) und die Verschmutzung von Ökosystemen (bislang wurde keine Umweltverträglichkeitsprüfung für das Projekt durchgeführt). Zu beachten sind auch potenzielle zusätzliche Kosten für die Gemeinschaft (Unfälle mit Folgen für die Umwelt, prekäre Arbeitsbedingungen), eine verschlechterte Lebensqualität der Bewohner (aufgrund von Lärm und Gerüchen) und Beeinträchtigungen der Umwelt.

Die Bürger:innen aus der Region St-Aubin und anderswo, die diese Petition unterzeichnet haben, fordern von der Freiburger Regierung: 

  1. ein AgriCo-Areal, das wirklich auf Innovation und nachhaltiges Wirtschaften ausgerichtet ist und lokale Unternehmen und Projekte fördert;
  2. nachhaltige Arbeitsplätze, die für die lokale Bevölkerung attraktiv sind;
  3. Massnahmen zur Erhaltung der natürlichen Umwelt der Region;
  4. dass unsere Steuern nicht dazu verwendet werden, die Infrastrukturkosten von Industriegiganten zu bezahlen.

Für Interessierte, die sich informieren und diskutieren möchten, werden Diskussionsrunden veranstaltet. Das nächste Treffen findet am 24. November in Murten statt.

Kontakte

  • Eco-Transition La Broye, Alaric Kohler
    [email protected] (Französisch)
  • Greenpeace Schweiz, Alexandra Gavilano, Expertin für nachhaltige Ernährungssysteme
    +41 44 447 41 38, [email protected] (Deutsch & Französisch)