In den grossen Wäldern des Nordens werden Unmengen Bäume gerodet, um daraus beispielsweise Tempo-Nastücher herzustellen. Die Holzfirmen schrecken dabei selbst vor besonders schützenswerten Waldgebieten nicht zurück. Unsere schwedische Wald-Campaignerin hat einen Tatort in ihrem Heimatland besucht.

Zuerst rieche ich es. Der prägnante Geruch von frisch gerodeten Bäumen dringt in meine Nase, lange bevor ich den Tatort erreiche. Was meine Augen dann wahrnehmen, zerreisst mir fast das Herz: Noch vor ein paar Stunden stand hier ein üppiger Wald mit jahrhundertealten, majestätischen Bäumen. Schon ein einzelner von ihnen konnte ein Zuhause sein für so viele Lebewesen, für Insekten, Vögel, Pilze und Flechten. Und jetzt ist hier nur noch ein unfruchtbares Ödland. Es wird lange dauern, bis dieser Ort wieder zu einem lebendigen Ökosystem wird – oder sagen wir mal, zu einem halb-lebendigen.

Wald-Campaignerin Lina Burnelius auf einer gerodeten Waldfläche

Überleben von Pflanzen- und Tierarten gefährdet
Dort wo ich herkomme in Schweden ist der grösste Teil der Wälder gerodet und in Baumplantagen verwandelt worden. Das ist ein grosses Problem für die meisten Tier- und Pflanzenarten, denn sie können in Plantagen schlichtweg nicht überleben. Da die letzten verbliebenen Gebiete ursprünglicher Wälder sehr klein und verstreut sind, ist es besonders wichtig, dass wir diese schützen – für viele Pflanzen- und Tierearten, vor allem Insekten, hängt ihr Überleben davon ab. Und rücksichtslos gerodet wird nicht nur in Schweden. Auch in anderen Teilen des borealen Waldes, zum Beispiel in Finnland und Russland, fallen schützenswerte Waldgebiete den Kettensägen und Holzerntemaschinen zum Opfer.

Grösster Kohlenstoffspeicher der Welt
Vielleicht fragst du dich jetzt: Was hat das denn mit mir zu tun? Nun, sehr viel: Die nordischen Wälder sind nämlich auch für das Leben der Menschen auf der Erde sehr wichtig. Sie speichern riesige Mengen Kohlenstoff – sogar noch mehr als die tropischen Wälder – und sind somit unsere wichtigste Versicherung gegen den Klimakollaps. Und es ist gut möglich, dass ein Produkt, das du im Alltag verwendest, Zellstoff aus genau solchen schützenswerten Wäldern enthält. Wann hast du zum Beispiel das letzte Mal deine Nase mit einem Tempo-Nastuch geschneuzt? Diese werden vom schwedischen Konzern Essity hergestellt. Und Essity könnte eine Schlüsselrolle spielen, wenn es darum geht, die Zerstörung von schützenswerten borealen Waldgebieten zu stoppen. Denn Essity bezieht ihre Rohstoffe auch von Firmen, die Waldgebiete abholzen, die für Biodiversität und Klimaschutz enorm wichtig sind.

So schwer wäre es nicht für Essity, das Leben im Wald zu schützen und dennoch weiterhin Nastücher, Toilettenpapier etc. zu produzieren. Forstwirtschaft kann auch ausserhalb der schützenswerten Waldgebiete betrieben werden. Und, noch besser, Hygienepapier-Produkte können auch mehrheitlich aus rezykliertem Papier hergestellt werden.

 

Fordere Essity dazu auf, die Finger zu lassen von schützenswerten Waldgebieten!

 

Petition unterschreiben

 

Willst du mehr wissen zum Tempo-Hersteller Essity und dessen Machenschaften im hohen Norden? Hier geht’s zur deutschsprachigen Zusammenfassung des Berichts von Greenpeace International – und hier zum vollständigen Bericht im englischen Original.