In den grossen Wäldern des Nordens werden Unmengen Bäume gerodet, um daraus beispielsweise Tempo-Nastücher herzustellen. Die Holzfirmen schrecken dabei selbst vor besonders schützenswerten Waldgebieten nicht zurück. Unsere schwedische Wald-Campaignerin hat einen Tatort in ihrem Heimatland besucht.

Zuerst rieche ich es. Der prägnante Geruch von frisch gerodeten Bäumen dringt in meine Nase, lange bevor ich den Tatort erreiche. Was meine Augen dann wahrnehmen, zerreisst mir fast das Herz: Noch vor ein paar Stunden stand hier ein üppiger Wald mit jahrhundertealten, majestätischen Bäumen. Schon ein einzelner von ihnen konnte ein Zuhause sein für so viele Lebewesen, für Insekten, Vögel, Pilze und Flechten. Und jetzt ist hier nur noch ein unfruchtbares Ödland. Es wird lange dauern, bis dieser Ort wieder zu einem lebendigen Ökosystem wird – oder sagen wir mal, zu einem halb-lebendigen.

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<p>Medienkommentar von BirdLife, Greenpeace, Pro Natura und WWF Schweiz:  </p>
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<ul><li>Die
Umweltverbände begrüssen es, dass der Bund sein Zulassungssystem für Pestizide
durch eine unabhängige Schweizer Prüfstelle evaluieren liess.</li></ul>
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<ul><li>Der
Bericht, der in zehn Handlungsfeldern Verbesserungsbedarf sieht, geht teilweise
auf die Kritik der Umweltverbände ein. Dies genügt aber noch bei weitem nicht,
um die anstehenden Probleme zu lösen.  </li></ul>
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<ul><li>Die
KPMG schreibt: «Sollten die Ergebnisse des Umsetzungschecks zeigen, dass die
Handlungsempfehlungen nicht oder nur unzureichend umgesetzt worden sind, so
empfiehlt KPMG eine ganzheitliche Neuausrichtung des PSM Zulassungsverfahrens
zu prüfen. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die organisatorische Verankerung
von Zulassungsstelle und Beurteilungsstellen.» <br>
Vor dem Hintergrund der zahlreichen Pestizid-Skandale fordern die
Umweltverbände diese ganzheitliche Ausrichtung und die Unabhängigkeit der
Zulassungsstelle schon heute. </li></ul>
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<ul><li>Die
Aussage im Bericht, wonach die bestehenden gesetzlichen Grundlagen ausreichend
sind zum Schutz von Mensch und Umwelt 
ist für die Umweltverbände unhaltbar. Bei der Prüfung der Wirkstoffe
muss viel genauer hingeschaut werden. </li></ul>
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<ul><li>Die
Umweltorganisationen erwarten von Bund und Parlament rasch wirksame Massnahmen
wie eine unabhängige Zulassungsstelle und die Veröffentlichung aller Studien
zur Zulassung eines Pestizids. </li></ul>
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<p>Zitate</p>
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<p>Philippe Schenkel, Landwirtschaftsexperte Greenpeace Schweiz: «Pestizide sorgen im Wochentakt für Schlagzeilen: Metabolite im Trinkwasser, hoch belastete Bäche, flächendeckende Rückstände in landwirtschaftlichen Böden. Das zeigt, dass die Zulassung nicht funktioniert. Jetzt braucht es einen Systemwechsel.» </p>
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<p>Marcel Liner, Projektleiter Landwirtschaftspolitik Pro Natura: «Alle relevanten Studien zur Zulassung eines Pestizids sind öffentlich zu machen – und zwar bevor die Bewilligung erteilt wird. Denn es steht viel auf dem Spiel: die Gesundheit der Menschen und der Schutz der Umwelt.»</p>
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<p>Eva Wyss, Projektleiterin Landwirtschaft WWF Schweiz: «Das BLW ist nicht unabhängig. Das Bundesamt entscheidet oft einseitig zugunsten der bäuerlichen Organisationen, der Agrarindustrie und deren Lobbyverbänden. Den Preis dafür zahlen wir Menschen, die Gift im Trinkwasser erhalten, und die Umwelt, die schleichend vergiftet wird.»</p>
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<p></p>
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<p><strong>Kontakt und genaue Stellungnahme:</strong></p>
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<p>Yves Zenger, Mediensprecher Greenpeace Schweiz, <a href="mailto:yves.zenger@greenpeace.org">yves.zenger@greenpeace.org</a>, 078 682 00 91</p>
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<!-- wp:paragraph -->
<p>Eva Wyss, Projektleiterin Landwirtschaft WWF Schweiz, <a href="mailto:eva.wyss@wwf.ch">eva.wyss@wwf.ch</a>, 079 352 09 47</p>
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<!-- wp:paragraph -->
<p>Marcel Liner, Projektleiter
Landwirtschaftspolitik Pro Natura, <a href="mailto:marcel.liner@pronatura.ch">marcel.liner@pronatura.ch</a>, 061 317 92 40</p>
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<p>Werner Müller, Geschäftsführer BirdLife
Schweiz, <a href="mailto:werner.mueller@birdlife.ch">werner.mueller@birdlife.ch</a>, 079 448 80 36</p>
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Wald-Campaignerin Lina Burnelius auf einer gerodeten Waldfläche

Überleben von Pflanzen- und Tierarten gefährdet

Dort wo ich herkomme in Schweden ist der grösste Teil der Wälder gerodet und in Baumplantagen verwandelt worden. Das ist ein grosses Problem für die meisten Tier- und Pflanzenarten, denn sie können in Plantagen schlichtweg nicht überleben. Da die letzten verbliebenen Gebiete ursprünglicher Wälder sehr klein und verstreut sind, ist es besonders wichtig, dass wir diese schützen – für viele Pflanzen- und Tierearten, vor allem Insekten, hängt ihr Überleben davon ab. Und rücksichtslos gerodet wird nicht nur in Schweden. Auch in anderen Teilen des borealen Waldes, zum Beispiel in Finnland und Russland, fallen schützenswerte Waldgebiete den Kettensägen und Holzerntemaschinen zum Opfer.

Grösster Kohlenstoffspeicher der Welt

Vielleicht fragst du dich jetzt: Was hat das denn mit mir zu tun? Nun, sehr viel: Die nordischen Wälder sind nämlich auch für das Leben der Menschen auf der Erde sehr wichtig. Sie speichern riesige Mengen Kohlenstoff – sogar noch mehr als die tropischen Wälder – und sind somit unsere wichtigste Versicherung gegen den Klimakollaps. Und es ist gut möglich, dass ein Produkt, das du im Alltag verwendest, Zellstoff aus genau solchen schützenswerten Wäldern enthält. Wann hast du zum Beispiel das letzte Mal deine Nase mit einem Tempo-Nastuch geschneuzt? Diese werden vom schwedischen Konzern Essity hergestellt. Und Essity könnte eine Schlüsselrolle spielen, wenn es darum geht, die Zerstörung von schützenswerten borealen Waldgebieten zu stoppen. Denn Essity bezieht ihre Rohstoffe auch von Firmen, die Waldgebiete abholzen, die für Biodiversität und Klimaschutz enorm wichtig sind.

So schwer wäre es nicht für Essity, das Leben im Wald zu schützen und dennoch weiterhin Nastücher, Toilettenpapier etc. zu produzieren. Forstwirtschaft kann auch ausserhalb der schützenswerten Waldgebiete betrieben werden. Und, noch besser, Hygienepapier-Produkte können auch mehrheitlich aus rezykliertem Papier hergestellt werden.

Fordere Essity dazu auf, die Finger zu lassen von schützenswerten Waldgebieten!

PETITION UNTERSCHREIBEN

Willst du mehr wissen zum Tempo-Hersteller Essity und dessen Machenschaften im hohen Norden? Hier geht’s zur deutschsprachigen Zusammenfassung des Berichts von Greenpeace International – und hier zum vollständigen Bericht im englischen Original.

Lina Burnelius, Wald-Campaignerin Greenpeace Schweden