Die Energiekommission des Ständerats will, dass die bestehenden Atomkraftwerke Gösgen und Leibstadt 80 Jahre lang laufen können. Sie verlangt vom Bundesrat, dafür die rechtlichen Grundlagen zu schaffen und weitere nötige Massnahmen zu treffen. Damit setzen die Parlamentarier:innen ein falsches Signal. Die Schweiz sollte ihre Kräfte besser für den Ausbau erneuerbarer Energien nutzen. 

Lukas Bühler, Energieexperte bei Greenpeace Schweiz, sagt: 

«Die bestehenden Atomkraftwerke Gösgen und Leibstadt für einen 80-jährigen Überzeitbetrieb zu rüsten, wird Milliarden kosten. Kein Betreiber wird solche ‹erhebliche Investitionen›, wie es die Kommission nennt, ohne staatliche Unterstützung tätigen. Doch statt das Geld in eine veraltete Technologie zu stecken, sollte dieses in den Ausbau der erneuerbaren Energien fliessen. Für eine sichere und unabhängige Energieversorgung der Schweiz müssen wir auf Sonnen-, Wind- und Wasserkraft setzen. Die Schweiz kann sich zu 100 Prozent erneuerbar versorgen.» 

«Der diesjährige Hitzesommer zeigt, dass wir alles tun müssen, um die Klimakrise einzudämmen. Die Atomkraft wird das Klima nicht retten. Im Gegenteil: Die Atomenergie und die globale Erhitzung sind nicht vereinbar. Die AKW verschärfen die Folgen der Klimakrise für unsere Gewässer, indem sie warmes Kühlwasser in die schon überhitzten Flüsse leiten. Das warme Flusswasser wiederum führt dazu, dass die Kraftwerke ihren Betrieb drosseln müssen.»

«Die Schweiz betreibt heute schon den ältesten AKW-Park der Welt. Alternde Atomkraftwerke sind ein grosses Sicherheitsrisiko. So unterliegt zum Beispiel der Reaktordruckbehälter einem Verschleiss, der die Festigkeit eines AKW beeinträchtigt, doch dieser kann nicht ersetzt werden. Je älter ein Kraftwerk ist, desto häufiger treten zudem Störungen und ungeplante Abschaltungen auf.»

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