In 14 europäischen Hauptstädten sind die Preise von Monats- und Jahresabos für den öffentlichen Verkehr (öV) seit 2023 zum Teil massiv gestiegen. Das steht in einer neuen Studie von Greenpeace in Zentral- und Osteuropa. Greenpeace fordert europaweit erschwingliche «Klimatickets». 

Die teuersten öV-Hauptstädte in Europa sind London (162 € pro Monat), Amsterdam (107 € pro Monat) und Paris (77 € pro Monat). Den stärksten Preisanstieg für Monats- und Jahreabos seit 2023 verzeichnen Nikosia (+67 Prozent), Amsterdam (+55 Prozent), Madrid (+50 Prozent), Bratislava (+32 Prozent), Berlin (+29 Prozent) und Wien (+26 Prozent). Weniger stark stiegen die Preise in London (+10 Prozent) und Paris (+8 Prozent). 

Doch es geht auch anders. In vier Hauptstädten sind die Preise im Vergleich zu 2023 gesunken: Dublin (-42,5 Prozent), Oslo (-11,5 Prozent) und Budapest (-5,8 Prozent). Dazu gehört auch die Stadt Bern. 2023 kostete das Libero-Jahresabo 790 Franken. Aktuell sind es 738 Franken. Das ist ein Minus von 6,6 Prozent. In Luxemburg-Stadt, Tallinn (Estland) und Valletta (Malta) ist der öV kostenlos.

Tickets für den öffentlichen Nahverkehr sind in der EU durchschnittlich mit 11 Prozent Mehrwertsteuer belastet. Keine Mehrwertsteuer erheben Dänemark, Irland und Grossbritannien. Extrem hoch ist die Belastung in Kroatien (25 Prozent) und Ungarn (27 Prozent). In der Schweiz sind es 8,1 Prozent.

Greenpeace fordert europaweit erschwingliche «Klimatickets» für den öV, im Nahverkehr wie auch im Fernverkehr. Je nach Land bieten sich unterschiedliche Finanzierungsmodelle an. Beispiel Schweiz: 

Die Mobilitätsbon-Initiative fordert, dass Vielflieger:innen und Privatjet-Reisende für ihre Mobilität bezahlen, weil sie besonders klimaschädlich reisen. Die Initiative verlangt eine Flugticketabgabe von mindestens 30 Franken und 500 Franken für Privatjets.

Ein Teil dieser Einnahmen soll in den Ausbau von grenzüberschreitenden Zugstrecken fliessen. Der grösste Teil geht direkt an die Bevölkerung. Das heisst, Menschen, die nicht oder wenig fliegen, sind günstiger mit dem öV unterwegs. Sie zahlen weniger für ihre Tickets. 

Treibhausgasemissionen: Verkehr als Hauptverursacher

Der Verkehr ist der einzige Sektor in der EU, in dem die Treibhausgasemissionen steigen. Das ist hauptsächlich auf Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren und Flugzeuge zurückzuführen. Der Verkehr ist zudem der Hauptgrund für die Ölförderung und -produktion, wobei 65 Prozent des Öls in der EU für den Verkehr verwendet werden. Vom 16.–22. September findet in der EU die «Mobility Week» statt. Das Motto lautet «Mobility for Everyone».

Kontakt

Herwig Schuster, Verkehrsexperte Greenpeace in Zentral- und Osteuropa, [email protected], +43 664 431 92 14

Marianne Lämmel, Leiterin Kommunikation Greenpeace in Zentral- und Osteuropa, [email protected], +43 664 881 722 06

Roland Gysin, Medienstelle Greenpeace Schweiz, [email protected], 044 447 41 17