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Rezepte für das Klima

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Die Mehrheit der Weltbevölkerung lebt heute in Städten und die Verstädterung nimmt weiter zu. Die von den Städten erlassenen Lebensmittelrichtlinien können einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz sowie zur Rettung der Biodiversität beitragen. Lebensmittel – unter Berücksichtigung der Lebensmittelproduktion, des Transports, der Verarbeitung, der Lagerung und der Verpackung –  machen zwischen 21% und 37% der weltweiten Treibhausgasemissionen aus. Um die Umwelt und das Klima zu schützen, ist es unerlässlich, den Anteil Lebensmittel tierischen Ursprungs sowie den Foodwaste zu reduzieren.

Nahrungsmittel machen heute 27% der Umweltbelastung der Schweizer Haushalte aus. Dies ist vor allem auf den hohen Anteil an Fleisch und Milchprodukten in unserer Ernährung zurückzuführen. Um eine tierische Kalorie zu produzieren, benötigt es ein Mehrfaches an pflanzlichen Kalorien. Bei der Herstellung von pflanzlichen Lebensmitteln, werden deutlich weniger Platz, Energie und Wasser benötigt. Neben der deutlichen Reduzierung der tierischen Lebensmittel, verlangt eine klima- und umweltfreundliche Ernährung die Reduktion von Lebensmittelabfällen und die Bevorzugung von saisonalen und biologisch produzierten Nahrungsmitteln.

Figur 1: Umweltbelastungspunkte eines typischen Schweizer Haushaltes nach Aktivitäten.
Quelle: ESU-Services, Auswertung für Greenpeace 2019.

Ernährungsrichtlinien der Schweizer Städte

In der Schweiz kommunizieren die Städte viel über Nachhaltigkeit und Ernährung. Folgen diesen Versprechungen aber auch Taten? Greenpeace Schweiz hat genauer hingeschaut und die Ernährungsrichtlinien der 10 grössten Städte der Schweiz analysiert. Im Frühjahr 2018 wurde ein erster Vergleich veröffentlicht, und die Ergebnisse waren enttäuschend: Keine der Städte berücksichtigte in ihren Ernährungsrichtlinien die Klimaproblematik stark genug. Heute veröffentlichen wir ein Update dieser Analyse. Während einige Städte wie Biel oder Zürich grössere Fortschritte gemacht haben, schreitet die Integration der Ernährung in Nachhaltigkeitsstrategien in den meisten Städten viel zu langsam voran. In den 18 Monate seit der letzten Analyse ist viel zu wenig passiert.

Figur 2: Umweltbelastungspunkte eines typischen Schweizer Haushaltes nach Lebensmittelgruppen. Quelle: ESU-Services, Auswertung für Greenpeace 2019.

Weltweit gäbe es Vorbilder

In letzter Zeit haben viele Städten auf der ganzen Welt mutige Initiativen lanciert. So hat beispielsweise Kopenhagen im August 2019 beschlossen, den Fleischanteil auf den Speisekarten von Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen, für die es verantwortlich ist, drastisch zu reduzieren. Die dänische Hauptstadt, die beim Klimaschutz eine Vorreiterrolle spielt, wird auch Lebensmittelabfälle bekämpfen. Im Oktober 2019 verpflichteten sich 14 Bürgermeister aus einigen der grössten Städte der Welt, ihre Lebensmittelpolitik an die Ziele des Klima- und Biodiversitätsschutzes anzupassen. Dazu gehören Megacitys wie Seoul, Tokio, Paris, London und Mailand. 

Schweizer Städte müssen rasch Handeln und den Anschluss an internationale Pionierstädte finden. Die Umstellung unserer Ernährung ist zentral, um die Klimakrise zu meistern und die Vielfalt des Lebens auf unserem Planeten zu sichern.