Der Kanton Freiburg hat Micarna die Baubewilligung für einen gigantischen Geflügelschlachthof in St-Aubin, Kanton Freiburg, erteilt. Dies trotz zahlreichen Einsprachen und grossem Widerstand aus der Bevölkerung. Greenpeace Schweiz wird die Bedingungen dieser Bewilligung prüfen. Anschliessend wird die Umweltorganisation entscheiden, ob sie Beschwerde gegen das Projekt einreichen wird, das allen Empfehlungen zur Bekämpfung der Klima- und Biodiversitätskrise zuwiderläuft.
Die Migros-Tochter Micarna will in St-Aubin im Kanton Freiburg einen neuen, gigantischen Geflügelschlachthof bauen. Seit 2022 engagiert sich Greenpeace Schweiz gemeinsam mit Bewohner:innen der Region gegen diesen Mega-Schlachthof. Über 1’800 Einsprachen von Menschen aus St-Aubin und anderen Orten sowie von Greenpeace Schweiz hat der Kanton Freiburg nun abgelehnt. Er erteilt die Baubewilligung und ignoriert den grossen Widerstand aus der Bevölkerung.
Als Umweltschutzorganisation wird Greenpeace die ökologischen Folgen dieses überdimensionierten Projekts eingehend prüfen. «Es ist absurd, dass die Migros an diesem Mega-Schlachthof festhält. Sie plant, in St-Aubin zukünftig jede Sekunde ein Huhn zu töten. Mehr als 30 Millionen tote Hühner pro Jahr sind nicht nachhaltig. Der Agrico-Standort war ursprünglich für innovative Projekte vorgesehen. Er sollte vielmehr eine Verarbeitungsanlage für Schweizer Hülsenfrüchte ermöglichen. Das würde eine kostengünstigere Produktion gewährleisten», erklärt Nico Frommherz, Experte für Konsum und Ernährung bei Greenpeace Schweiz.
Masthühner sind nicht Teil eines nachhaltigen Ernährungssystems: Fast ⅘ der benötigten Futtermittel sind importiert. Das macht uns abhängig vom Ausland. «Wir haben wiederholt aufgezeigt, dass die Migros die Fleischnachfrage durch Aktionen und Werbekampagnen künstlich ankurbelt (in den Jahren 2022, 2023, 2024). Unsere Analyse zur Proteinverteilung bei Migros und Coop zeigt, dass Migros 90 Prozent der Rabatte auf Tierproteine, also Fleisch, Milchprodukte, Eier und Fisch, anbietet. Mehr pflanzliche Proteine direkt zu verkaufen, statt Hühner damit zu füttern, wäre jedoch viel effizienter, gesünder und umweltfreundlicher», sagt Nico Frommherz. Greenpeace fordert darum den Detailhandel auf, bis 2035 mindestens 60 Prozent pflanzliche Proteine zu verkaufen.
Greenpeace wird sich weiterhin für ein nachhaltiges Ernährungssystem einsetzen. Dafür müssen pflanzliche Proteine gefördert und die Abhängigkeit von den grossen Marktakteuren verringert werden. Das bedeutet auch weniger Grossprojekte wie den Mega-Schlachthof der Migros zugunsten einer stärkeren Dezentralisierung, um den Landwirt:innen mehr Macht zurückzugeben.
Kontakt
- Nico Frommherz, Konsumexperte bei Greenpeace Schweiz, +41 78 233 35 22, [email protected]
- Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, [email protected]


