Wasserschluss im Wasserschloss Schweiz. Die Trockenheit hält an. Feuer- und Feuerwerk sind am 1. August fast überall verboten. Dieser Sommer ist Vorbote für künftige Sommer. Wegen der Klimaerhitzung nehmen Sommertrockenheit und wetterbedingte Waldbrandgefahr weiter zu. Greenpeace-Aktivist:innen ist deshalb nicht zum Feiern zumute. Sie fordern, dass die Schweiz die Klimakrise endlich anerkennt und entsprechend handelt: Es braucht 100 Millionen Franken für Sofortmassnahmen für den Hitze- und Klimaschutz.
Der Bodensee leidet unter historischem Niedrigwasser. Die Boote im Hafen von Mannenbach-Salenstein am Untersee (Bodensee) liegen auf dem Trockenen, statt im Wasser zu schaukeln. Stinkiger Schlamm überzieht den Boden. Die anhaltende Trockenheit tritt hier deutlich zutage. Greenpeace-Aktivist:innen haben deshalb gestern Donnerstag vor Ort ein Banner mit der Aufschrift «Kein Grund zum Feiern. Klimaschutz jetzt!» entrollt.
«Trotz 1. August ist uns nicht zum Feiern zumute», sagt Lukas Bühler, Energie- und Klimaexperte bei Greenpeace Schweiz. «Die Auswirkungen des Klimawandels werden hierzulande immer deutlicher sicht- und spürbar. Der Bundesrat und das Parlament müssen die Klimakrise endlich anerkennen, den Klimanotstand ausrufen und entsprechend handeln. Es gilt, unsere Heimat, unsere Lebensgrundlage zu schützen. Nötig sind 100 Millionen Franken für Sofortmassnahmen für den Hitze- und Klimaschutz.»
Statt die Rückkehr von Atomstrom voranzutreiben, braucht es eine konsequente Energiewende hin zu erneuerbaren Energien. Die Schweiz muss sich aus der Abhängigkeit von Erdöl und Erdgas befreien sowie Sofortmassnahmen ergreifen, um die Bevölkerung von der Hitze zu entlasten: Dazu gehören Bauten besser dämmen, Pflegeeinrichtungen und Schulen klimatisieren, Städte begrünen und Schutzräume für Abkühlung schaffen, Bodenversiegelung beseitigen.
«Der Sommer 2026 wird keine Ausnahme bleiben», sagt Lukas Bühler. Die Klimaszenarien für die Schweiz sind klar: Im Sommer gibt es nicht nur weniger Niederschläge, auch die Dauer der niederschlagsfreien Perioden nimmt zu. In Kombination mit den steigenden Temperaturen und der stärkeren Verdunstung trocknen die Böden aus. Tiere und Pflanzen leiden und die Wahrscheinlichkeit für Waldbrände steigt. Weiter verliert eine ausgedörrte Vegetation ihre kühlende Wirkung. Das führt lokal zu noch mehr Hitze. Je weniger die Berge mit Schnee und Gletschereis bedeckt sind, desto rascher erwärmt sich der Alpenraum bei sonnigem Wetter und desto schneller schmilzt der Schnee und schwinden die Gletscher.
Lukas Bühler: «Die Schweiz ist von der Klimaerhitzung überproportional betroffen. Das sollte für Bundesrat und Parlament Ansporn genug sein, beim Klimaschutz endlich vorwärts zu machen.»
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Kontakte
- Lukas Bühler, Energieexperte, Greenpeace Schweiz, +41 76 406 70 23, [email protected]
- Medienstelle Greenpeace Schweiz, +41 44 447 41 11, [email protected]


