Gemeinsam zu Zero Waste

Wir versinken im Abfall

Mit über 700 kg pro Person produziert die Schweiz viel zu viel Abfall. Auf der ganzen Welt liegen nur noch Dänemark, Norwegen, die USA und Neuseeland vor uns. Einwegverpackungen machen etwa einen Drittel dieser Abfälle aus und sind damit ein wichtiger Aspekt unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft.

Unsere Vision

Unsere Vision «Zero Waste» bedingt ein Umdenken und mehr Achtsamkeit beim Einkaufen von uns allen (rethink). Damit vermeiden wir alles wirklich Unnötige (reduce). Für die restlichen Verpackungen steigen wir auf Mehrwegbehälter (reuse) um.


Die Detailhändler: Migros, Coop, Volg, Aldi Suisse, Lidl Schweiz

Die Rolle der Detailhändler

Detailhändler stehen zwischen den Produzenten und Konsumenten. Sie haben einen grossen Einfluss darauf, in welchen Verpackungen wir die angebotenen Lebensmittel und andere Produkte kaufen können. Somit tragen sie eine grosse Verantwortung bei der Abfallvermeidung. Doch kommen die Detailhändler dieser wirklich nach?

Repräsentative Umfrage 2019: Die Bevölkerung ist bereit…

Die Bereitschaft der Schweizer Bevölkerung, beim Kauf von
Konsumgütern Mehrwegsysteme zu berücksichtigen, ist enorm.
Bei der repräsentativen Umfrage haben 95% der Befragten angegeben,
dass sie grundsätzlich bereit sind, Produkte in Mehrwegsystemen
zu kaufen.

Je nach Produktgruppe, ist die Bereitschaft unterschiedlich hoch, Mehrwegbehälter zu verwenden. Über 90% würden Gemüse und Früchte in Mehrwegverpackungen kaufen, bei Nüssen, Müesli, Trockenfrüchten sind es immer noch drei von vier Personen. Auch Getränke würden ähnlich viele in Mehrwegflaschen kaufen.

Coop Fertigsalat in Einwegverpackung
Beispiel einer Einweg-Plastikverpackung bei Coop
95%

der Befragten würden Produkte in Mehrwegverpackungen kaufen.

… aber das Angebot der Detailhändler zu klein

Gleichzeitig zur Umfrage bei KonsumentInnen hat Greenpeace Schweiz auch fünf Detailhändler zu ihrem Angebot befragt: Migros, Coop, Volg, Aldi Suisse und Lidl Schweiz. Doch das Angebot ist begrenzt, die hohe Kaufbereitschaft steht einem kleinen Angebot gegenüber.

Einzig Mehrwegbeutel für Früchte und Gemüse sind weit verbreitet, bei den anderen Kategorien ist das Angebot klein bis inexistent.

Was Greenpeace fordert

  • Ausbau des Sortiments an Produkten, für welche bereits bewährte Mehrwegsysteme existieren: zum Beispiel Getränke, Milchprodukte, Offenverkauf von Gemüsen und Früchten.
  • Investitionen in die Entwicklung bzw. die Einführung von Mehrweg- und Nachfüllsystemen, welche erschwinglich, standardisiert, langlebig und frei von gefährlichen Chemikalien sind.
  • Eine Umkehr der Anreizsysteme: Einwegverpackungen sollen nicht der Standard sein mit der Option auf Mehrwegverpackung (mit Vergünstigung). Einwegverpackungen sollen als kostenpflichtige Alternative zum Offenverkauf bzw. Verkauf in Mehrwegsystemen etabliert werden.
Getrocknete Früchte ohne Einwegverpackung
Es geht auch ohne Einwegverpackungen. Die KonsumentInnen sind bereit, aber die Angebote von Migros, Coop, Volg, Aldi Suisse und Lidl Schweiz zu klein.

Was tun die Grosskonzerne?

Die Rolle der Grosskonzerne

Grosse multinationale Konzerne überschwemmen die Welt, insbesondere die Meere, mit Einwegverpackungen aus Plastik. Sie haben es selbst in der Hand, Verpackungen grundsätzlich zu reduzieren und alternative Mehrweg-Liefersysteme zu entwickeln. Gemeinsam können wir die Konzerne dazu bewegen, etwas zu ändern, bevor es zu spät ist.

Die globale Plastik-Bewegung

Die globale Bewegung, die Firmen zur Verantwortung ziehen will, wird immer grösser. Bereits unterstützen über drei Millionen Menschen unsere Forderung, die Produktion von Einwegplastik zu stoppen. Zusammen mit über 1400 Organisationen der Bewegung Break Free From Plastic führten wir im September 2019 700 Clean-up’s in 84 Ländern durch und identifizierten die weltweit grössten Plastikverschmutzer. Der Schweizer Konzern Nestlé ist einer der Top-Verschmutzer.

Der Schweizer Konzern Nestlé

Allein letztes Jahr produzierte Nestlé 1,7 Millionen Tonnen Plastik, Tendenz steigend. Der Schweizer Konzern erkennt und gesteht inzwischen immerhin ein, dass sich die Welt in einer Plastikkrise befindet und dass Recycling das Problem nicht löst. Bisher setzt Nestlé aber auf Scheinlösungen anstatt konkrete und wirksame Massnahmen zu ergreifen.


Was du tun kannst

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